Letzer Zugriff am
31 Jul. 2010 um 09:06 Uhr
Kommentare
Beitrag kommentieren
13 Jul. 2010
Wenn Bilder lügen - Photosho...
12 Apr. 2010
Defekte Festplatten analysie...
26 Dez. 2009
Das Samsung N510 unter Unbun...
02 Dez. 2009
PHP Download counter Script...
15 Okt. 2009
» 90470 mal
2. Briefvorlagen nach DIN fü...
» 43372 mal
3. DVD::RIP - Das Schweizer ...
» 12894 mal
4. Achtung: Spielen gefährde...
» 12694 mal
5. Die Developer Toolbar: Ei...
» 11691 mal
Erstellt am: 08 Okt. 2007
Wie im Beitrag über Computerspiele erwähnt, habe ich den Eindruck, dass unser Schulsystem von den positiven Experimenten der 70er und 80er abrückt und der gute, alte Frontalunterricht zum Status Quo wird. Unter Umständen ist der fatale Missbrauch einer unsinnigen Vergleichsstudie die Ursache. Jedes dritte Kind berichtet bereits über stressbedingte Kopf- und Bauchschmerzen.
Oops... wir sind nur mittelmäßig
Das „Program for International Students Assessment” (PISA) hat hierzulande für große Aufregung gesorgt. Vor allem Politiker, Wirtschaftsvertreter und Lehrer verfielen in eine regelrechte Euphorie. Jeder wusste die Zahlen für sich zu nutzen. In einem unsinnigen Wettbewerb der Bundesländer wurden Lehrpläne weiter aufgebläht, Eliteschulen erlebten eine Renaissance und die Wirtschaft diktiert seitdem, welche Erwartungen sie an einen möglichst kompatiblen Arbeiter hat. Die Opfer dieses Aktionismusses sind Kinder.
Dabei gibt es durchaus Menschen, die
Zweifel an der Seriosität der Daten und ihrer Interpretation
haben. Zu unterschiedlich seien die Stichproben gewesen und eine
Vergleichbarkeit bereits zwischen den Bundesländern nicht
gegeben. Zumindest stärkt das meine Skepsis gegenüber
einigen Tests der Studie. Während andere Länder versucht
haben, die Stärken der Kinder zu
ermitteln, ging es hierzulande
den Lehrern vermutlich darum, ihre grundsätzlich negative
Einstellung zur derzeit angeblich verblödeten Schülergeneration
zu bestätigen. Das Ergebnis dieses Prozesses zwischen
unbewusster Manipulation und "self-fulfilling prophecy" war dann auch
genau wie erwartet.
Die oben genannte Statistik über Schulstress stammt aus dem „LBS-Kinderbarometer 2007“. Die Studie offenbart noch mehr erschreckende Zahlen. Fast 50 Prozent der Schüler haben eine negative Einstellung gegenüber der Schule. Kein Wunder, der Druck durch Eltern und Schule ist größer den je. Und er hinterlässt Spuren. Fast 81 Prozent der Kinder geben einen guten Job als wichtiges Zukunftsziel an.
Forderungen
Es ist ein Unding, dass Bundesländer wie Bayern ihr antiquiertes und unmenschliches Bildungssystem als Standortvorteil verkaufen. Bildung ist mehr als gespeichertes Wissen und Kinder sind nicht nur „human resources“. Die Kultushoheit der Bundesländer gehört daher abschafft.
Nicht die Schüler sind schlecht, sondern das System. Der niedrige „Human Development Index“ Deutschlands ist wahrscheinlich der wichtigste Grund für die Mittelmäßigkeit. Im Vergleich zwischen Bildungsausgaben und wirtschaftlicher Potenz liegt Deutschland auf dem Niveau von Entwicklungsländern.
Die Bildungspläne müssen ausgemistet werden, damit Raum für Projektarbeit und soziales Lernen bleibt. An "Annette von Droste Hülshoff" kann man sich schließlich auch noch als Rentner erfreuen.
Abschließend wünsche ich
mir, dass die Schüler hier wie in Frankreich auf die Straße
gehen und den Bildungspolitikern eine deutliche Ansage machen. In Frankreich hat es gewirkt.
Verweise
- Übersichtsseite der GEW über Vergleichsstudien
- Human Development Index
- Kritik der PISA-Studien auf Wikipedia
1 Kommentar(e)
Beitrag kommentieren
Ich freue mich jederzeit über Fragen, Anmerkungen und Kritik. Also gebt euch einen Ruck und kommentiert diesen Artikel.
zur Übersicht



