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Die Pisa-Lüge - Ein Vergleich macht Kinder krank
Erstellt am: 08 Okt. 2007
Wie im Beitrag über Computerspiele erwähnt, habe ich den Eindruck, dass unser Schulsystem von den positiven Experimenten der 70er und 80er abrückt und der gute, alte Frontalunterricht zum Status Quo wird. Unter Umständen ist der fatale Missbrauch einer unsinnigen Vergleichsstudie d­ie Ursache. Jedes dritte Kind berichtet bereits über stressbedingte Kopf- und Bauchschmerzen.

*Oops... wir sind nur mittelmäßig

Das „Program for International Students Assessment” (PISA) hat hierzulande für große Aufregung gesorgt. Vor allem Politiker, Wirtschaftsvertreter und Lehrer verfielen in eine regelrechte Euphorie. Jeder wusste die Zahlen für sich zu nutzen. In einem unsinnigen Wettbewerb der Bundesländer wurden Lehrpläne weiter aufgebläht, Eliteschulen erlebten eine Renaissance und die Wirtschaft diktiert seitdem, welche Erwartungen sie an einen möglichst kompatiblen Arbeiter hat. Die Opfer dieses Aktionismusses sind Kinder.

Dabei gibt es durchaus Menschen, die Zweifel an der Seriosität der Daten und ihrer Interpretation haben. Zu unterschiedlich seien die Stichproben gewesen und eine Vergleichbarkeit bereits zwischen den Bundesländern nicht gegeben. Zumindest stärkt das meine Skepsis gegenüber einigen Tests der Studie. Während andere Länder versucht haben, die Stärken der Kinder zu *ermitteln, ging es hierzulande den Lehrern vermutlich darum, ihre grundsätzlich negative Einstellung zur derzeit angeblich verblödeten Schülergeneration zu bestätigen. Das Ergebnis dieses Prozesses zwischen unbewusster Manipulation und "self-fulfilling prophecy" war dann auch genau wie erwartet.

Die oben genannte Statistik über Schulstress stammt aus dem „LBS-Kinderbarometer 2007“. Die Studie offenbart noch mehr erschreckende Zahlen. Fast 50 Prozent der Schüler haben eine negative Einstellung gegenüber der Schule. Kein Wunder, der Druck durch Eltern und Schule ist größer den je. Und er hinterlässt Spuren. Fast 81 Prozent der Kinder geben einen guten Job als wichtiges Zukunftsziel an.

Forderungen

  • Es ist ein Unding, dass Bundesländer wie Bayern ihr antiquiertes und unmenschliches Bildungssystem als Standortvorteil verkaufen. Bildung ist mehr als gespeichertes Wissen und Kinder sind nicht nur „human resources“. Die Kultushoheit der Bundesländer gehört daher abschafft.

  • Nicht die Schüler sind schlecht, sondern das System. Der niedrige „Human Development Index“ Deutschlands ist wahrscheinlich der wichtigste Grund für die Mittelmäßigkeit. Im Vergleich zwischen Bildungsausgaben und wirtschaftlicher Potenz liegt Deutschland auf dem Niveau von Entwicklungsländern.

  • Die Bildungspläne müssen ausgemistet werden, damit Raum für Projektarbeit und soziales Lernen bleibt. An "Annette von Droste Hülshoff" kann man sich schließlich auch noch als Rentner erfreuen.

Abschließend wünsche ich mir, dass die Schüler hier wie in Frankreich auf die Straße gehen und den Bildungspolitikern eine deutliche Ansage machen. In Frankreich hat es gewirkt.

Verweise

 
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1 Kommentar(e)

MrtT schrieb am 03 Dez. 2007 um 18:38 Uhr Bild...
Schule suckt...

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