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Erstellt am: 02 Sep. 2007
Vor kurzem stand ich vor einem besonderen Problem. Eine DVD mit Mitschnitten eines PS2-Spiels sollte geschnitten und in ein passendes AVI umgerechnet werden. Leider hatte der DVD-Recorder nicht nur einen unschönen Rahmen um das Bild gemacht, sondern auch eine nicht konforme DVD geschrieben. Alle Versuche den Film nach Premiere zu bekommen scheiterten.
Für Windows gibt es das Programm Virtualdub, das ich aber für etwas unübersichtlich und nicht fehlerfrei halte. In meinem Fall hat es leider nicht funktioniert. Die kommerziellen Ripper sind hingegen alle viel zu unflexibel.
Erst das Programm DVD:RIP von Jörn Reder hat wirklich funktioniert. DVD::RIP basiert auf Perl und GTK und benutzt externe Programm zum Transkodieren. Dadurch läuft es auch nur unter Liunx. Die Bedienung ist denkbar einfach und die Installation unter Ubuntu ein Kinderspiel. Das Programmfenster besteht aus sechs Tabs (Dialogen), die chronologisch für einen Ripvorgang angeordnet sind. Vorab sollte man aber noch den Arbeitsordner für DVD:RIP bestimmen und Mplayer bzw. Xine für die Voransicht installieren.
Nach der Auswahl des DVD-Laufwerks bestimmt man die Tracks (Abschnitte), die transcodiert werden sollen. Wahlweise können die Tracks vor dem Umwandeln auf die Platte kopiert werden. DVD::RIP legt dafür extra Verzeichnisse an.
Im nächsten Schritt wird festgelegt, auf welche Größe das Endformat skaliert werden soll. Dabei kann auch der Beschnitt bestimmt werden, über den zum Beispiel schwarze Ränder verschwinden. Ein Doppelklick auf das Vorschaubild öffnet das Originalbild, auf dem die Beschnittmarken bequem mit der Maus verschoben werden können.
Sofern man keine Untertitel braucht kann man danach direkt zum "Transkodieren" Dialog wechseln. Keine Panik. Dieser Dialog wirkt nur auf den ersten Blick verwirrend. Da er sehr logisch aufgebaut ist, kommt man schnell damit zurecht. Hauptsächlich wählt man hier das Containerfomat, die Audio- und Videocodecs und die gewünschte Bitrate, die maßgeblich für die Endgröße des Films bzw. die Qualität der Codierung ist. Wahlweise kann man sich diese über die gewünschte Größe berechnen lassen. Zur Verfügung stehen verschiedene Codecs von MPEG2 über MPEG4 bis zur freien DIVX-Variante XVID. Zusätzlich können verschiedene Deinterlace-Varianten und Videofilter gewählt werden. Auf der Homepage von DVD::RIP gibt es eine gute Anleitung auf englisch.
Den eigentlichen Umwandlungvorgang, der durchaus ein paar Stunden (oder Tage) in Anspruch nimmt, kann man auf zwei verschiedene Arten durchführen. Entweder direkt im Programm oder als Job in einem Serversystem. DVD::RIP besitzt nämlich einen clusterfähigen Server, über den mehrere Rechner gleichzeitig an der Umwandlung arbeiten können. Wie bei professionellen Renderfarmen steuert ein zentraler Server die Verteilung der Jobs auf die Rechner im Verbund. Dadurch wird vielleicht am deutlichsten, dass DVD:RIP in einer anderen Liga spielt.
Hinweis: Die Benutzung des Programms kann in einigen Fällen illegal sein. Seitdem die Copright-Lobby quasi Jeden kriminalisiert, der seine Filme aus der Hülle nimmt, sind natürlich auch Kopien für tragbare Videoplayer illegal. Dank Schäuble wird der Versuch wahrscheinlich in Zukunft zu einer automatisierten Anzeige führen. Der Bundestrojaner macht es möglich.
KINO
Einfache Videoeditoren zum Nachbereiten und Betiteln sind unter Linux Mangelware. Dabei gibt es zum Beispiel mit Cinelerra (http://cvs.cinelerra.org) ein Programm, das 6-Kanal HD-Videos in Profiqualität bearbeiten kann. Allerdings könnte man als einfacher Videoamateur auch gleich Strauß Blumen mit einem 20-Tonner versenden. Einzige Alternative ist das KDE-Programm KINO, das einen ausgereiften Eindruck macht. Eine einfache DV-Anbindung und alle Notwendigen Funktionen zum Betiteln und Überblenden sind vorhanden. Wen man sich daran gewöhnt hat, das KINO statt der üblichen horizontalen Timeline die Szenen in einer vertikalen Liste präsentiert, lassen sich kleine Projekte in Rekordzeit erstellen.
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