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Achtung: Spielen gefährdet auch Ihre Intelligenz
Erstellt am: 25 Okt. 2006

Nicht nur die Taliban wollen ihr Land in das Mittelalter katapultieren. Seit einiger Zeit schlagen die Kreuzritter gegen die Medienverwahrlosung eine Schlacht, die Gräben hinterlässt.

Schlüsselfigur in der Diskussion um gewalttätige Computerspiele ist der Kriminologe Prof. Dr. Pfeiffer vom KFN Niedersachsen

Der ehemalige Justizminister sieht in Computerspielen die Wurzel allen Übels. Dabei geht es ihm nicht um Killerspiele. Nein; das Spielen an sich ist gefährlich, wie er jüngst in einer Studie feststellte. Bei einer Befragung von Hauptschülern und ihrer Lehrer hat er festgestellt, dass die schlechteren Schüler Nachmittags häufiger spielen. Der Kurzschluss des profilneurotischen Professors liegt auf der Hand. Spielen macht dumm!

Das Spiel auch immer Selbstbestätigung und Belohnung ist und sich die Schüler diese über Computerspiele holen, darauf kommt der Jurist nicht.
Unterstützung erhält er durch den Neurobiologen Manfred Spitzer. Der hat als Ursache das Glückshormon Serotonin ausgemacht, dass beim Spielen ausgeschüttet wird. Das Hormon verhindert angeblich, dass das Erlernte Nachmittags gespeichert wird.

Den Vogel in der Debatte schießt aber der der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther ab. Er habe festgestellt, dass die Region im Gehirn für die Steuerung des Daumens in den letzten 10 Jahren viel größer geworden ist. Das ständige Daddeln und SMSen würde Gräben in den Gehirnen der Kinder hinterlassen und sie zu computersüchtigen Zombies machen.

Die wirklichen Gräben erzeugt allerdings die unselige Debatte über Computerspiele. Schon Heute liegt Deutschland beim Einsatz von Computern in Bildungsprozessen ganz weit hinten. Die OECD Studie 2003 (Pisa) hat das gezeigt. Die jüngste Diskussion nach dem Selbstmord in Emsdetten wird die Akzeptanz noch weiter sinken lassen.

Der Homo Ludens muss spielen. Wenn er aufhört zu spielen, dann hört er auf zu lernen. Ein Beispiel sind die "Serious Games", die zeigen, wie wichtig Computerspiele und Lernprogramme in einen Prozess des lebenslangen Lernens sind. Deutschland muss in der Debatte einen Paradigmenwechsel vollziehen, sonst landen wir bildungspolitisch im Mittelalter.

Nachtrag
Jüngstes Opfer der Maschinenstürmerei ist die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)

  • Seit 12 Jahren testet die USK Computerspiele auf mögliche Beeinträchtigungen auf Kinder und Jugendliche.
  • Die USK ist neben der BPjM die einzige Organisation, die aktiv im Jugendschutzbereich zu Computerspielen arbeitet.
  • Die USK kennzeichnet Spiele, sie verbietet sie nicht.


Das hält Prof. Pfeiffer nicht davon ab, die Abschaffung der USK zu fordern. Kein Wunder. Es geht ihm nicht um Jugendschutz. Der Prof. möchte alle Computerspiele wie Drogen nur noch kontrolliert und gegen Sondersteuer abgeben lassen.

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1 Kommentar(e)

Flutopfer schrieb am 31 Mai 2009 um 18:25 Uhr Bild...
Vielleicht ist der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther der Meinung, dass unsere Vorfahren, hätten sie nicht einen Spieltrieb entwickelt, sich hätten etwas besseres einfallen lassen als das Rad und den Gebrauch des Feuers. Wäre Homosapiens non ludes demnach schon weiter auf seinem Weg zur Eroberung der Galaxie? Schon hinterm Mond etwa?

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